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Roundtable: Smart-Building: Das Smart-Home muss einfach werden!

Das Konzept der Heimvernetzung, des Connected-Home, stößt Umfrageergebnissen zufolge, auf großes Interesse in der breiten Bevölkerung. Die smarten Technologien für das intelligente Zuhause erleichtern den Alltag, bringen Komfort, eine höhere Lebensqualität, verhelfen zu einer effizienteren Energienutzung und in vielen Fällen auch zu Kosteneinsparungen. In der Praxis stoßen Industrie und Fachhandel allerdings auf Faktoren, die den Siegeszug hemmen: Immer noch beherrschen unzählige Standards den Markt, dazu kommen kritische Fragen im Bereich der Sicherheit. Und dennoch: Das Potenzial für alle Beteiligten ist groß – insofern denn die Hürden aus dem Weg geräumt werden können.

Bildquelle: © funkschau

Die Expertenrunde, bestehend aus Vertretern der Unternehmen Beurer, Cuciniale, Digitalstrom, eQ-3, GfK und Kärcher sowie den Redakteuren der funkschau und der elektrobörse handel, diskutierte in den Räumen der WEKA Fachmedien über Status quo und Zukunft des Smart-Home-Marktes.

Den einen Standard für das Connected-Home gibt es weder heute, noch wird es ihn in Zukunft geben – davon ist die Expertenrunde, bestehend aus Vertretern der Unternehmen Beurer, Kärcher, Cuciniale, Digitalstrom, eQ-3 und GfK, die sich anlässlich des Roundtables „Connected Living“ in den Räumen der WEKA Fachmedien eingefunden hatten, überzeugt. Alleine die unterschiedlichen Anforderungen der Geräte und Systeme sowie auch das Problem der alten, bereits beim Kunden bestehenden, Anlagen stünden dieser Einigung auf den einen, allgemeingültigen Standard im Wege, meint Martin Vesper, CEO bei Digitalstrom. Ein weiteres Problem liegt für Georg Walkenbach, Geschäftsführer bei Beurer, auch in den Interessen der jeweiligen Industrievertreter, die natürlich ihre eigenen Systeme in den Markt drücken, die nicht kompatibel zu denen der anderen Marktteilnehmer sein müssen – Connected als Wettbewerbsvorteil sozusagen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Kunde im Mittelpunkt des Interesses stehen sollte – und der hat weder Kenntnis noch Interesse an der Standard-Thematik, wie Jürgen Boyny, Global-Director Consumer-Electronics bei der GfK, berichtet. Auch Holger Henke, Gründer und CEO bei Cuciniale, bemängelt die fehlende Fokussierung auf den Kundennutzen und dessen Darstellung bei all der Diskussion um das Standard-Wirrwarr: „Hersteller und Handel müssen dem Kunden zeigen, was er von den smarten Lösungen hat, sie müssen zeigen, was es für Use-Cases gibt, die den Invest in Connected-Home tatsächlich rechtfertigen. Denn den Kunden interessiert nicht, was für ein technisches System dahinter steckt.“

Dennoch könnte er, was die Lösungswahl hier und heute betrifft, in Sachen Standards aufs falsche Pferd zu setzen. Umso wichtiger ist es, dass Hersteller auf offene Schnittstellen setzen, weiß auch Dr. Daniel Heubach, Head of Digital-Transition bei Kärcher: „Welche Standards sich im Smart-Home-Bereich langfristig etablieren und durchsetzen werden, kann man noch nicht absehen. Der Markt ist vergleichsweise jung, hat aber das Potenzial, sich in den kommenden Jahren rasant zu entwickeln. Heute sind wir von den Lösungen der Telekom-Allianz Qivicon und vom eQ-3-Produkt ,Homematic‘ überzeugt. Wir glauben, dass das herstellerübergreifende Konzept eine gute Basis bietet, in die Welt der Hausautomation einzusteigen. Als kundenfokussierter Hersteller von intelligenten Produkten müssen wir aber natürlich offen bleiben und sehen, in welche Richtung sich der Markt entwickelt.“