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All-IP: Die Deutsche Telekom und der Netzwechsel

Bald schon wird es das alte, leitungsgebundene analoge oder digitale ISDN-Festnetz nicht mehr geben. Von den rund 20 Millionen Festnetzanschlüssen, die die Telekom hierzulande betreibt, sollen alle bis 2018 auf die neue IP-Technologie umgestellt sein. Das ist die größte technische Umstellung seit der Digitalisierung der Netze in den 1990er-Jahren. Ein Mammutprojekt – und ein attraktives Geschäftsfeld für Fachhändler.

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Die Umstellung der elektromechanischen, analogen Vermittlungstechnik auf das digitale ISDN-Netz Ende der 1980er-Jahre brachte einen großen Umschwung in der Geschichte des Telefonnetzes. Heute steht Deutschland vor einem Schritt vergleichbarer Dimension. Bei der modernen Telefonie über das Internet-Protokoll (IP) erfolgt die klassische Sprachübertragung nicht mehr leitungs- sondern paketgebunden. Die Sprache wird digitalisiert, in kleinen Datenpaketen via Internet an den Empfänger transportiert und dort als Sprache entpackt. Werden keine Gespräche geführt, steht die Bandbreite auch für andere Übertragungen zur Verfügung – ein entscheidender Vorteil gegenüber der alten Festnetz-Technik, bei der Bandbreiten auch dann belegt bleiben, wenn sie gar nicht genutzt werden.

Neu ist die Internet-Telefonie nicht. Im Voice-over-IP-Verfahren (VoIP) wird bereits mittels Datenübertragung über das Internet telefoniert. Ein Ersatz für den herkömmlichen Telefonanschluss ist das ISDN-leitungsgebundene VoIP per PC allerdings nicht. Denn der PC muss ständig eingeschaltet sein und eine konstante Verbindung zum Internet bestehen.

Anders beim Telefonieren über das paket-orientierte All-IP: Die Gesprächsverbindungen über IP erfolgen in einer vergleichsweise guten Sprachqualität und dem Kunden stehen alle Bequemlichkeiten moderner Telefon-Features zur Verfügung. Der IP-basierte Anschluss spart außerdem Energie- und Wartungskosten, vereinfacht die Einrichtung eigener Dienste und bündelt sie, wie etwa über Hybrid-Router, der künftig Festnetz und Mobilfunk, DSL und LTE verknüpft.  Die Konfiguration kann unkompliziert über das Online-Kundenportal erledigt werden. Für den Kunden ist die neue Technik daran erkennbar, dass das Telefon statt mit der Telefondose mit dem Router verbunden wird.

IP-Anschlüsse werden in den kommenden Jahren Standard. Schon heute nutzen über vier Millionen Telekom-Kunden die neue Technik. Für die Deutsche Telekom ist die IP-Telefonie ein wichtiger Baustein auf dem Weg hin zu einem leistungsstarken, integrierten All-IP-Netz der Zukunft, in dem alle bestehenden Telekommunikationsnetze zusammengeführt werden. Die Umstellung zur IP-Telefonie stellt zudem die Voraussetzung für den Internet-Beschleuniger Vectoring dar.

Das Ziel bleibt die Konvergenz: Künftig soll der gesamte Sprach- und Datenverkehr über einheitliche, integrierte, konvergente Telekommunikationsnetze erfolgen. Damit wird das Netz flexibel und sicher für die Zukunft.