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Ergebnisse der Podiumsdiskussion »Wird Ingenieuren heute der rote Teppich ausgerollt?«
Sehr gute Karrierechancen, weiterhin hohe Anforderungen
Anlässlich des "Student Days" auf der embedded world diskutierten Karriere-Experten und Unternehmensvertreter die Berufsaussichten von angehenden Elektroingenieuren. Fazit: Die Aussichten sind bestens, aber die Anforderungen bleiben hoch, trotz des Fachkräftemangels.
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Der Arbeitsmarkt konnte und kann nach VDE-Schätzungen seit Jahren mehr Elektroingenieure aufnehmen, als an den Hochschulen ihr Studium absolvieren – das galt auch für das Krisenjahr 2009. Die Karrierechancen für Elektroingenieure sind im Prinzip sehr gut. Im Prinzip, das bedeutet, dass manche Unternehmen nur wenig Abstriche an ihren hohen Anforderungen an Bewerber machen können oder wollen, etwa wenn es um Positionen in der Entwicklung geht. Dr. Michael Schanz, Experte für Beruf&Karriere beim VDE: »Es ist eine Frage der Schmerzen! Sie werden umso größer, je länger eine Stelle unbesetzt bleibt, je länger die Suche schon dauert und je geringer das Angebot an verfügbaren Arbeitskräften ist.« Als Beispiel nennt Schanz die analoge Schaltungsentwicklung. »Das Angebot an Kandidaten ist dermaßen rar, dass die Unternehmen ihre Anforderungen herunterschrauben und auch einen gewissen Missmatch notgedrungen akzeptieren.« Grundsätzlich jedoch sei solides Fachwissen die Eintrittskarte in den Job, »ein notwendiger Hygiene-Faktor«, wie Schanz erklärt. Bei zwei fachlich gleich guten Bewerbern würde jeder Personalverantwortliche jedoch den besseren Soft Skills den Vorzug geben. Diese könne man jedoch trainieren. »Sammeln Sie soviel Praxis wie möglich in Projekten, Industriepraktika und Abschlussarbeiten, schnuppern sie in unterschiedliche fachliche Gebiete rein und weichen Sie keiner Möglichkeit aus, Präsentationen zu halten«, rät Schanz.
Das Fachkräfte-Problem ist umso größer, je weniger bekannt das suchende Unternehmen am Arbeitsmarkt ist. So wie zum Beispiel der Mixed-Signal-Spezialist Melexis in Erfurt. »Wir können nicht alle offenen Stellen besetzen«, sagt Melexis-Sprecher Rik Moens. Dabei bietet Melexis attraktive internationale Karrierechancen, unterscheidet zum Beispiel zwischen Fach- und Managementkarriere.
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Rik Moens von Melexis spricht über die Karrierechancen in seinem Unternehmen
Die meisten Firmen leben von der Kreativität Ihrer Mitarbeiter. Itemis fördert das unter anderem durch viel persönliche Freiheit. Der Embedded-Spezialist macht vor allem mit einem spannenden Arbeitszeitmodell von sich reden: Einen Tag pro Woche kann ein Itemis-Mitarbeiter frei zur persönlichen Weiterbildung nutzen. Doch trotz aller hilfreichen Schlagzeilen, die das bislang produzierte: Über Fachkräftemangel klagt Itemis auch. Man sei nicht auf der Suche nach dem »perfekten Kandidaten«, sagt Andreas Graf, Experte für Automotive bei Itemis. Er legt keinen großen Wert auf Top-Noten. »Viel wichtiger ist es doch, dass er oder sie ins Team passt und gute Soft Skills aufweist – alles andere kann man lernen.« Solide Fachkenntnisse, Praxiserfahrung, Kommunikationsfähigkeit und Begeisterung – wer das mitbringt, hat bei Itemis gute Chancen.
Personalberater Thomas Hegger geht sogar noch weiter: »Wenn Fachkenntnisse zu 70, 80 Prozent vorhanden sind, ist das in der momentanen Arbeitsmarktsituation in der Regel ausreichend. Keine Kompromisse werden jedoch bei der Persönlichkeit gemacht: »Fachkenntnisse sind wichtig, keine Frage. Über eine Anstellung entscheidet aber letztlich die Persönlichkeit – hier machen die Firmen keine Kompromisse.«
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Thomas Hegger, von der Personalberatung Riemann&Partner spricht über die Notwendigkeit von Soft Skills
Die meisten Unternehmen suchen Ingenieure, die sofort anfangen können. In Weiterbildung wird zwar investiert, aber in der Regel nur, wenn es unmittelbar dem Geschäft nützt, nicht aber, um einen Kandidaten einsatzfähig zu machen. Viele greifen angesichts der aktuellen Arbeitsmarktlage deshalb auf Ingenieurdienstleister zurück und lagern ganze Projekte aus. Zumal Personalern das Bild von der „atmenden Organisation“ gefällt: bremst die Konjunktur, kann man sich von Ingenieuren auf Zeit jederzeit wieder trennen. Langwierige Kündigungsschutzprozesse, Abfindungen oder Sozialpläne entfallen.
Nur selten allerdings sind Elektroingenieure bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt. Schanz: »Weil sie auch gute Chancen haben, direkt beim Auftraggeber unterzukommen.« Wobei Schanz einräumt, dass ein Einsatz bei einem Dienstleister vor allem für Jungingenieure in so fern lohnend sein kann, weil diese eine Vielzahl an verschiedenen Projekten und Firmen kennen lernen können.
Der Personaldienstleister Hays hat derzeit 500 offene Stellen für Ingenieure. »Bei uns verdient man nicht schlechter als in Festanstellung am sog. »ersten Arbeitsmarkt«. Sonst würden wir die Ingenieure, die wir benötigen, ja auch gar nicht bekommen«, sagt Frank Schabel, Unternehmenssprecher von Hays.
Studenten sind sich unsicher, wie gut es um die Akzeptanz des Bachelors in der Industrie bestellt ist. Vorurteile grassieren, dass der Abschluss nach sechs Semestern nur »Schmalspur-Ingenieure« produziere, zumal das Studium bundesweit nicht einheitlich ist und je nach Hochschultyp variiert. Viele Studenten trauen sich deshalb heute nicht, die Hochschule mit einem Bachelor-Abschluss zu verlassen.
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Umfrage auf dem Student Day auf der embedded world: Wie sehen Studenten ihre Zukunftsperspektiven?
VDE-Berufsexperte Michael Schanz kann diese Sorgen verstehen. »Der 7-Semester Bachelor an Fachhochschulen ist dem Diplom-Ingenieur FH nahezu gleichwertig. Univeritäts-Bachelors können z. B. nach 6 Semestern gar nicht genauso praxisorientiert ausgebildet sein, verfügen aber über ein ausgezeichnetes theoretisches Fundament und sollten sich eher den Master als Abschlussziel setzen. Unsere Wirtschaft braucht nun mal beide Hochschultypen. Bologna wird aber zu Folge haben, dass sich die Profile der Hochschulen Typen diversifizieren«
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Michael Schanz vom VDE über Bachelor- und Masterabschlüsse
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