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20. Februar 2012
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Viele Manager parken als „Consultant“, um Arbeitslosigkeit zu vertuschen

Angriff auf das Selbstbewusstsein

Auf Stellenausschreibungen für Führungskräfte bewirbt sich meist nur einer kleiner Prozentsatz aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus – der Rest, um die 80 Prozent, ist arbeitslos, „pseudo-arbeitslos“ als „Consultant“ oder ähnliches tätig, weiß Personalberater Udo Wirth von der gleichnamigen Personalberatung. Welche Ratschläge gibt er Führungskräften?

Von Corinne Schindlbeck

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Udo Wirth
© Beratungsgruppe Wirth + Partner 
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Udo Wirth ist Personalberater und Geschäftsführer der Beratungsgruppe Wirth&Partner.

Manager-Posten sind Schleudersitze. Bernard Ziegler (Name geändert) ist Mitte 40 und Geschäftsführer bei einem  deutschen Tochterunternehmen eines amerikanischen Solarmodulherstellers. Die Geschäfte laufen nicht gut, der Druck auf ihn ist beträchtlich. Kürzlich hat der amerikanische Chef unbeherrscht Dampf abgelassen, hat laut härtere, einschneidende Maßnahmen gefordert, Führungsstärke verlangt.

Ziegler macht sich langsam Sorgen um seinen Job. Aus der Arbeitslosigkeit heraus sich bewerben zu müssen – das möchte er unbedingt vermeiden. Zu viele  ehemalige Weggefährten verdienen heute unfreiwillig als Personalberater oder „Consultants“ ihr Geld. Nicht, weil das ihre Berufung wäre, sondern weil der Arbeitsmarkt für Führungskräfte sie nicht mehr aufgenommen hat. Bisher hat er, Ziegler, sich noch nie bewerben müssen, die Jobs kamen früher fast wie von selbst auf ihn zu. Doch sein Selbstbewusstsein ist angekratzt.

Hätte er sein Netzwerk besser pflegen müssen? Aufs falsche Pferd gesetzt? Die Solarbranche war doch einst eine zum alt werden, zukunftsträchtig, politisch protegiert. Und dann sein Privatleben: Seine Frau, studierte Juristin,  genießt den Wohlstand, das Einfamilienhaus mit Doppelgarage. Früher ambitioniert, hat sie ihren Beruf als Rechtsanwältin längst an den Nagel gehängt. Ist treusorgende Mutter und Gefährtin, hält ihm den Rücken frei, beiden Kindern fehlt es an nichts. Was, wenn das auf einmal alles gefährdet wäre?

Udo Wirth ist Personalberater und Geschäftsführer der Beratungsgruppe Wirth&Partner. Beispiele wie die von Ziegler kennt er gut. Dabei sei dieser noch in einer vergleichsweise komfortablen Situation: auf Stellenausschreibungen für Führungskräfte bewirbt sich meist nur einer kleiner Prozentsatz aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus – der Rest, um die 80 Prozent, ist arbeitslos, „pseudo-arbeitslos“ - also als „Berater“ oder ähnliches tätig, um sich keine Blöße zu geben, - freigestellt, oder in einer ähnlichen Situation wie Ziegler: akut von Arbeitslosigkeit bedroht.

Ein konkretes Beispiel nennt er: „Wir hatten vor kurzem die Position eines Allein-Geschäftsführers für ein Mittelstandsunternehmen zu besetzen und diese Stelle auch auf verschiedenen Wegen im Internet veröffentlicht. In kürzester Zeit bekamen wir über 200 Bewerbungen und Anfragen, und hätten wir nicht schon die vielen telefonischen Anfragen relativ kritisch diskutiert, wären es leicht über 300 geworden. Nur ein kleiner Prozentsatz dieser Bewerber suchte aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis den nächsten Karriereschritt. Bei welcher Stellenausschreibung bekommt man heute diese Bewerberresonanz? So ziemlich bei keiner anderen.“