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85 Jahre funkschau

Meilensteine der Telekommunikation

Seit den Anfängen der Telegrafie ist viel passiert - begleiten Sie uns auf einer Zeitreise entlang der Meilensteine der Telekommunikation.

1844 - Beginn der Telegrafie

Bildquelle: © Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
Verbesserter Morseapparat von 1846.

Samuel F. B. Morse verhilft der öffentlichen Telegraphie mit seinem elektrischen Schreibtelegraphen zum internationalen Durchbruch. Morses erste Botschaft über die neu gebaute Telegraphenstrecke Washington - Baltimore löste eine regelrechte Euphorie aus. In den Folgejahren spannt sich ein immer größeres Netz aus Telegraphenlinien. 1858 verband das erste Transatlantikkabel Europa und Amerika. Der Kontakt brach aber rasch zusammen. 1866 hatte man mehr Glück mit der Kabellegung - die telegraphische Verbindung stand.

1861 - Das Telephon

Bildquelle: © Museum für Telekommunikation Frankfurt am Main
Philipp Reis im Labor.

Der deutsche Physiker Johann Philip Reis baute den ersten Apparat, der die menschliche Sprache elektrisch übertragen kann. Am 26. Oktober 1861 hält Reis in Frankfurt einen Vortrag "über die Fortpflanzung musikalischer Töne auf beliebige Entfernung durch Vermittlung des galvanischen Stromes".

Reis nennt seine Erfindung "Telephon". Das öffentliche Echo auf den Apparat ist aber gering. Auch andere Erfinder sind von der Idee, Sprache elektrisch zu übertragen, fasziniert: Der Franzose Charles Bourseul veröffentlichte schon 1854 seine Ideen zur Realisierung der Sprachübertragung.

1876 - Fernsprecher

Bildquelle: © Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
Telephon von Alexander Graham Bell.

Alexander Graham Bell erfindet ein Telefon, das für einen praktischen Gebrauch geeignet ist und lässt sich seine Erfingung als "Apparat für die telegraphische Übertragung von sprachlichen oder anderen Tönen" patentieren.

Am 26. Oktober 1877 wird mit einem Bell-Apparat in Berlin das erste Telefongespräch in Deutschland geführt. Generalpostmeister Heinrich von Stephan prägt statt der Bezeichnung "Telephon" die amtliche Bezeichnung "Fernsprecher". Schon im November produziert Werner von Siemens 200 Fernsprecher täglich.

1880 - Vermittelte Fernsprechnetze

Bildquelle: © Museum für Kommunkation Frankfurt am Main
Handvermittlungsstelle um 1880.

Anfang der 1880er Jahre werden in Berlin, Breslau, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und Mannheim die ersten handvermittelten Fernsprechnetze eingerichtet.

Das berühmte "Fräulein vom Amt" tritt seinen Dienst erst nach knapp einem Jahrzehnt Fernsprechgeschichte an. Bis dahin waren männliche Beamte für den Vermittlungsdienst zuständig.

1891 - Der erste Selbstwähldienst

Der amerikanische Bestattungsunternehmer Almon Strowger entwickelt den Hebdrehwähler und macht es damit erstmals möglich, ganz ohne Handvermittlung über das Amt mit einem Gesprächspartner telefonisch in Verbindung zu treten. Strowger vermutete, dass die Vermittlungsstelle seine Konkurrenten bevorzuge und ihm dadurch Aufträge verloren gingen. Aus diesem Grund erfindet er die Konkurrenz zur damaligen Handvermittlung über das Amt und meldet am 10. März 1891 in den USA sein "Automatisches Telefonvermittlungssystem" zum Patent an. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunders werden in der Bundesrepublik Deutschland die Hebdrehwähler durch Edelmetall-Motor-Drehwähler ersetzt.

1904 - Quante entwickelt die erste Telefonzelle

Bildquelle: © Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
Zeichnung der ersten Telefonzelle von Quante.

Wilhelm Quante entwickelte 1904 in Wuppertal die erste Telefonzelle. Aufgestellt wurde diese jedoch nicht im Ruhrgebiet, sondern in Berlin. Schon von Beginn an waren die Maße einer Telefonzelle ein häufig diskutiertes Thema. Die Firma Quante selbst schlug vor, dass "jeder überflüssige Zentimeter rücksichtslos zu streichen sei". Mit der Einführung der Münzfernsprecher stieg die Anzahl der öffentlichen Fernsprecher in Deutschland stark an. Bevor der Selbstwählferndienst auch in Telefonzellen umgesetzt wurde, liefen alle Gespräche über das "Fräulein vom Amt". Am Klang des Geldeinwurfs erkannte die Vermittlungsstelle, dass der Kunde in der Telefonzelle bezahlt hatte und das Gespräch durchgestellt werden durfte.

1921 - Polizei-Funkruf in Detroit

Streifenwagen um 1920.

1921 startet die Polizei in Detroit (USA) in das Zeitalter des Funkrufs: Die ersten Streifenwagen werden mit Radios ausgestattet, die über einen Sender im Hauptquartier wichtige Mitteilungen empfangen können. Die Funkverbindung ist aber noch eine Einbahnstraße: zurücksenden können die Streifenbeamten nicht.

1926 - Telefonieren im Zug

Bildquelle: © Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
Vermittlung im Zug.

Auf der Bahnstrecke Berlin - Hamburg können aus einem Zug heraus weltweit Telefongespräche geführt werden. Das Zug-Telefon war zwei Jahre vorher auf der ersten Deutschen Funkausstellung in Berlin präsentiert worden. Die Signale des Fernsprechers werden über Kabel auf das Dach weitergeleitet, wo sich entlang des Daches Drähte spannen. Diese Antennen leiten die Signale an die Telegraphenleitungen neben den Gleisen weiter.

1950 - Deutsche Bundespost

Bildquelle: © Museum für Kommunikation Franfkfurt am Main
Postfahrzeuge der Deutschen Bundespost.

Die Bundespost tritt in Westdeutschland die Rechtsnachfolge der Deutschen Reichspost an.

Auch in der Deutschen Demokratischen Republik wurde das gesamte Fernmeldewesen nach Kriegsende und Teilung wieder unter die staatliche Aufsicht von Postministerium und -verwaltung gestellt.

1955 - Telefonieren ohne das Fräulein vom Amt

Bildquelle: © Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
Tischapparat W4 von 1952.

Mitte der 50er Jahre wird das Ende der Handvermittlung eingeläutet. Der internationale Selbstwählferndienst startet zunächst an der Schweizer Grenze zwischen den Regionen Basel und Lörrach.

1958 - Das erste Mobilfunknetz startet

Bildquelle: © Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
A-Netz Autotelefon von 1961.

Im "A-Netz" werden alle in der Bundesrepublik Deutschland existierenden Funknetze zusammengefasst. Das "Mobile Telefon" fürs Auto ist aber alles andere als handlich - das Hauptgerät muss im Kofferraum verstaut werden. Es wiegt etwas 16 Kilo, ist immens teuer und die Gespräche müssen noch handvermittelt werden. Das A-Netz ist auf 10.000 Teilnehmer beschränkt.

1960 - Nachrichtensatelliten

Bildquelle: © Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
Satellit Early Bird.

Die USA starten ECHO 1 - den ersten Nachrichtensatelliten. Schon 1962 werden über den Satelliten "TELESTAR" die ersten Fernsehbilder und Telefonate zwischen Europa und den USA geführt. 1965 startet mit "Early Bird" (Bild) der erste kommerzielle Nachrichtensatellit. Jetzt kann von Deutschland aus im Selbstwählverfahren in die USA telefoniert werden. "Early Bird" konnte bis zu 240 Telefonverbindungen zwischen Europa und den USA parallel zur Verfügung stellen.

1966 - Die erste Glasfaser

Glasfaser

Der amerikanische Wissenschaftler Charles K. Kao experimentiert mit Glasfasern zur Übermittlung von Telefongesprächen. Kao legt den Grundstein für die Entwicklung neuer optischer Übertragungssysteme mit größerer Übertragungskapazität.

Im nationalen Fernsprechnetz der Bundesrepublik Deutschland hat das "Fräulein vom Amt" 1966 endgültig ausgedient. In Uetze bei Hannover wird das letzte Ortsnetz automatisiert.

1969 - Vorläufer des Internet

@-Taste auf einer Computertastatur.

In den USA ensteht Ende der 60er Jahre das militärisch-wissenschaftliche ARPANET, der wichtigste Vorläufer des heutigen Internets. Kurze Zeit später sorgt das erste Mailprogramm für Wirbel. Die elektronische Post (E-Mail) mit dem "@" wird zum Hit im ARPANET.

1972 - Das B-Netz startet

Bildquelle: © Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
B-Netz Autotelefon.

Auch im Mobilfunk ist jetzt das Selbstwährlverfahren möglich. Voraussetzung für den erfolgreichen Kontakt mit der Mobilstation ist aber, dass der Anrufer weiß, in welchem Ortsnetz sich der Mobilfunk-Teilnehmer aufhält. Ohne die richtige Regionalvorwahl kommt keine Verbindung zustande. Von einem Handy ist das "mobile (Auto-)Telefon" aber noch weit entfernt.

1977 - Btx

Fernsehapparat mit Bildschirmtext.

Die Deutsche Bundespost stellt auf der Funkausstellung in Berlin zum ersten Mal den Bildschirmtext (Btx) vor.

1984 geht der klassische Bildschirmtext, der den Fernseher über das Telefonnetz mit Computern verbindet, in den Regelbetrieb. Einer der ältesten Onlinedienste - inklusive der elektronischen Post - ist geboren. Mit Btx beginnt auch das Zeitalter des Homebankings.

1985 - Das C-Netz kommt

C-Netz Telefon.

Im September 1985 nimmt das C-Netz den Regelbetrieb auf. Dank des zellularen Netzaufbaus sind die Benutzer jetzt bundesweit unter einer Nummer erreichbar. Beim Wechsel in einen anderen Sendebereich wird automatische weitergeschaltet. Auch die Mobiltelefone werden kompakter. Erste tragbare Geräte im Kofferformat kommen auf den Markt. Sie wiegen aber immer noch etwa fünf Kilo und sind vom Format heutiger Handys weit entfernt. Bis 1993 steigt die Zahl der Mobilfunk-Kunden im C-Netz auf rund 850.000.

1989 - ISDN

Aufdruck "isdn" auf einem Modem.

Mit ISDN beginnt ein neues Telekommunikations-Zeitalter. Das Integrated Services Digital Network wird zum digitalen Universalnetz zur Übermittlung von Sprache, Text, Daten und Bildern.

1990 - Postreform I

Plakat zur Postreform.

Mit der so genannten "Postreform I" wird die Deutsche Bundespost in drei selbstständige Unternehmen aufgegliedert: Postdienst, Postbank und Deutsche Bundespost Telekom. Die drei Unternehmen bleiben im Besitz des Bundes.

Im Juni 1999 eröffnet die Deutsche Bundespost Telekom ihr erstes Auslandsbüro in Tokio.

1991 - Internet wird massentauglich

Mit der "Hyper Text Markup Language" HTML wird das Internet massentauglich.

Tim Berners-Lee vom Genfer CERN-Institut stellt sein Hyperlink-System im Internet der Öffentlichkeit zur Verfügung. Mit der "Hyper Text Markup Language" HTML wird das Internet massentauglich. Das World Wide Web ist geboren.

1992 - T-D1 geht an den Start

D1 Plug in Chip.

Das D-Netz geht an den Start: Mit dem neuen digitalen Mobilfunknetz T-D1 auf GSM-Standard (Global System for Mobile Communications) beginnt der Siegeszug des Handys. Die Mobiltelefone werden immer handlicher, die Kosten geringer. Schon 1994 überschreitet die Zahl der T-D1-Mobilfunkteilnehmer die Marke von einer halben Million.

1992 - Trans Atlantic Telephonecable

Kabelende mit Karte.

TAT 10 (Trans-Atlantic-Telephonecable), die erste direkte transatlantische Glasfaserverbindung zwischen den USA und Deutschland geht in Betrieb.

1992 - Wiedervereinigte Telefonnetze

Helmut Ricke (ganz links) und Bundsminister Dr. Christian Schwarz-Schilling (ganz rechts) beim Festakt zur Zusammenlegung der Telefonnetze für den Ost- und den Westteil Berlins.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands am dritten Oktober 1990 werden zwei Jahre später auch die letzten Ortsnetze in Ost und West zusammengelegt. Seit diesem Zeitpunkt ist nun auch das Telefonnetz wiedervereint. In Berlin erscheint in diesem Jahr zum ersten Mal nach der Wende ein gemeinsames Telefonbuch für den Ost- und den Westteil der Stadt.

1993 - Internationalisierung

Am 22.12.1993 unterzeichnen Helmut Ricke, Deutsche Telekom, und Lou Rtigliano, Armeritech, einen Kaufvertrag über die Beteiligung ihres Gemeinschaftsunternehmens MagyarCom an der ungarischen MATAV.

Mit der Übernahme eines Mehrheitsanteils - gemeinsam mit einem Partner - an der ungarischen Matav stärkt die Telekom ihre Position in Zentraleuropa.

Der Einstieg bei dem früheren ungarischen Staatsunternehmen ist einer der ersten Schritte auf dem Weg der Internationalisierung.

1995 - Postreform II

Urkunde über die Umwandlung der Deutschen Bundespost in die Deutsche Telekom AG.

Mit Inkrafttreten der "Postreform II" wird am 1. Januar 1995 aus dem öffentlich-rechtlichen Unternehmen Deutsche Bundespost Telekom die Aktiengesellschaft Deutsche Telekom AG.

Auch Postbank und die Deutsche Post werden zu Aktiengesellschaften. Alleiniger Eigentümer bleibt der Bund.

Dieser Überblick über die Meilensteine der Telekommunikation wurde funkschau freundlicherweise von der Deutschen Telekom zur Verfügung gestellt (hier finden Sie die vollständige Bilderstrecke)